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Zertifikat
Keul-o-test

R.S.V.-Test

KGST200
DIMDI Reg.-Nr.: DE/CA22/1116-131-IVD

Immunchromatographischer Schnelltest zum Nachweis des Respiratorischen Synzytial-Virus


I. PRINZIP
Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist der Haupterreger von Pneumonie und Bronchiolitis  bei Säuglingen und Kleinkindern (1,2). Wie die übrigen respiratorischen Viren verursacht RSV eine Reihe von Atemwegserkrankungen, von welchen eine Erkältung mit übermäßiger Rhinorrhoe die am häufigsten auftretende Erkrankung ist.
Bei 1 bis 2% der infizierten Kinder ist ein Krankenhaus-aufenthalt erforderlich. Die schwerwiegendsten Fälle treten dabei im ersten Lebensjahr sowie bei Zugrundeliegen einer kardiopulmonalen Erkrankung auf.
Bei normalen Säuglingen und Kindern wird das Virus insgesamt 2 bis 3 Wochen beziehungsweise 1 oder 2 Wochen nach Einweisung der Kinder in das Krankenhaus freigesetzt (3). Aufgrund seiner hohen Infektiosität sowie der Anfälligkeit von Krankenhauspersonal und Patienten hat sich RSV zur häufigsten Ursache nosokomialer Infektionen in pädiatrischen Abteilungen entwickelt.
Die Studien von Hall und Taber und Kollegen erbrachten den Nachweis, dass durch RSV verursachte Bronchiolitis und Pneumonie durch Gabe von Ribavirin-Spray erfolgreich behandelt werden können (4,5). Dieses Ergebnis machte die genaue und schnelle Identifizierung von Fällen mit Hilfe von Labormethoden zu einem wichtigen Bestandteil der Krankenhausbehandlung von Kindern.
Im Gegensatz zu den klassischen Methoden (Immunfluoreszenz und ELISA), die aufwendig und zeitintensiv sind, stellt Keul-o-test R.S.V. einen schnellen, einfachen und hochsensitiven Test  für den raschen und zuverlässigen Nachweis von RSV im Respirationstrakt dar. Die Methode verwendet für den Nachweis von RSV eine einzigartige Kombination aus monoklonalem Antikörper-Farbstoff-Konjugat und polyklonalen Festphase-Antikörpern. Der Nachweis erfolgt dabei mit einem hohen Grad an Sensitivität und Spezifität.
Nach Probenahme und -behandlung wird die Probe in die dafür vorgesehen Vertiefung (den Probennapf) der Reaktionseinheit gegeben. Bei Durchtritt der Probe durch die Absorptionseinheit bindet das markierte Antikörper-Farbstoff-Konjugat unter Ausbildung eines Antikörper-Antigen-Komplexes an das RSV-Antigen (falls dieses in der Probe vorliegt). Dieser Komplex bindet an den polyklonalen Antikörper in der positive Reaktionszone im Fenster der Testvorrichtung und führt dort zur Bildung einer rosaroten Farbbande.
Bei Fehlen von RSV erscheint keine Linie in der positiven Reaktionszone. Im weiteren Verlauf durchtritt das Reaktionsgemisch die positive Reaktionszone und die Kontrollzone der Absorptionseinheit. Nicht gebundenes Konjugat bindet unter Ausbildung einer rosaroten Farbbande an das Reagenz in der Kontrollzone. Diese Bande zeigt an, dass die Reagenzien korrekt funktionieren.


II. KOMPONENTEN VON Keul-o-test R.S.V.
Jedes Kit enthält sämtliche zur Durchführung der Tests erforderlichen Komponenten.

  • Keul-o-test R.S.V.-Vorrichtungen
  • Tupfer
  • Filterröhrchen (mit Kappe)
  • Tropfflaschen mit 11 ml Extraktionslösung
  • Gebrauchsanleitung
  • Positivkontrolle (optional): Eine aus In-vitro-Kulturen gewonnene, gefriergetrocknete Präparation ist als Positiv-kontrolle optional erhältlich (1x0.5 ml). Das Präparat wird in 0.5 ml Extraktionslösung aufgenommen und führt zu einem Assay-Ergebnis, dass dem von grenzwertigen positiven Proben entspricht (d. h., eine hellrosa Farbe). Die Positivkontrolle sollte nach der Rekonstitution bei 2-8°C gelagert werden.


III. LAGERUNG UND STABILITÄT

  1. Sämtliche Komponenten des Keul-o-test R.S.V.-Kits sollten bei Raumtemperatur (4° bis 30°C) gelagert werden.
  2. Frieren Sie das Test-Kit nicht ein.
  3. Keul-o-test R.S.V.-Kit ist bis zum Erreichen des auf dem Verpackungsetikett angegebenen Verfallsdatums stabil.
  4. Wird eine Positivkontrolle zusammen mit dem Kit verschickt (optional), muss die Kontrolle bei 2-8°C gelagert werden.


IV. VORSICHTSMASSNAHMEN

  1. Der vorliegende Test wurde ausschließlich für den professionellen Gebrauch in der In vitro-Diagnostik entwickelt.
  2. Lesen Sie vor Durchführung des Tests sorgfältig die Gebrauchsanleitung.
  3. Verwenden Sie den Test nicht nach Ablauf des auf dem Verpackungsetikett angegebenen Verfallsdatums.
  4. Alle Reagenzien und Materialien, die mit potentiell infektiösen Proben in Kontakt kommen, müssen mit geeigneten Desinfektionsmitteln behandelt oder mindestens eine Stunde bei 121°C autoklaviert werden.
  5. Verwenden Sie keinen Test, dessen Schutzhülle beschädigt ist.

 

V. PROBENAHME UND -VORBEREITUNG

1) Einleitung
RSV wird fast ausschließlich aus dem Respirationstrakt gewonnen. Die Probenahme von Sekreten erfolgt am besten entweder durch Aspiration mit Hilfe eines Katheters oder Absaugen in einen weichen Gummiball. Die Probenahme unter Verwendung von Tupfern, ob aus Nasopharynx oder Rachen, kann ebenfalls durchgeführt werden, jedoch sind die erhaltenen Proben von geringerer Qualität als bei einer Sekretaspiration (6).
Wird die Probenanalyse nicht umgehend durchgeführt, dann lagern Sie die Tupfer in einem sauberen und trockenen Behälter (nicht enthalten) bei 2-8°C und setzen die Analyse innerhalb der nächsten 24 Stunden fort.

Verwenden Sie kein Haltemedium.

2) Nasopharyngeale Aspiratprobe

  • Fügen Sie nach der Probennahme in einem Filterröhrchen 0,5 ml nasopharyngealem Aspirat 0,5 ml Extraktionslösung hinzu.
  • Mischen Sie gründlich durch wiederholtes Pipettieren. Verwenden Sie eine automatische Pipette.
  • Versehen Sie das Filterröhrchen mit der Kappe. Der Extraktionsprozess dauert 15 Minuten. Warten Sie die angegebene Zeit bis zur Durchführung des Tests.
3) Tupferprobe
  • Verwenden Sie Tupfer mit Faserteilen aus Viskose oder Polyethylentererphthalat (Dacron).
  • Verwenden Sie keine Tupfer mit Faserteilen aus Baumwolle oder Calciumalginat oder mit Holzschäften. Verwenden Sie keine Tupfer, die mit Aktivkohle oder mit agar- oder gelatinehaltigem Transportmedium imprägniert sind.
  • Führen Sie die Probenahme aus Nasopharynx oder Rachen unter Verwendung eines geeigneten Tupfers durch.
  • Tauchen Sie den Tupfer unmittelbar nach der Probenahme in ein Filterröhrchen mit 1 ml Extraktionslösung. Drehen Sie den Tupfer 10 Sekunden lang kräftig hin und her, um eine ausreichende Vermischung zu gewährleisten.
  • Der Extraktionsprozess dauert 15 Minuten.
  • Drücken Sie nach Ablauf der Extraktionszeit den Tupfer gegen die Wand des Extraktionsröhrchens, um die gesamte Flüssigkeit vollständig aus dem Tupfer zu entfernen.
  • Entsorgen Sie den Tupfer entsprechend der Richtlinien zur Handhabung infektiöser Agenzien (siehe den Abschnitt VORSICHTSMASSNAHMEN).
  • Versehen Sie das Filterröhrchen mit der Kappe.



VI. TESTDURCHFÜHRUNG

a) Proben

  1. Erwärmen Sie alle Reagenzien auf Raumtemperatur.
  2. Entnehmen Sie die Testvorrichtung aus der Folientasche.
  3. Geben Sie mit dem Filterröhrchen 6 - 7 Tropfen (200 µl) der extrahierten Lösung in die dafür vorgesehene Vertiefung (den Probennapf).
  4. Lesen Sie die Testergebnisse 10 Minuten nach Applikation der Probe auf die Testvorrichtung ab.

b) Positivkontrolle (optional)

  1. Entnehmen Sie die Testvorrichtung aus der Folientasche.
  2. Geben Sie 200 µl der Positivkontrolle in die Vertiefung auf der Reaktionseinheit.
  3. Lesen Sie die Testergebnisse 10 Minuten nach Applikation der Probe auf die Testvorrichtung ab.


 VII. AUSWERTUNG DER TESTERGEBNISSE

A. Negativ

Es erscheint nur eine farbige Bande in der Kontrollzone des Fensters. In der Testzone des Fensters erscheint keine Bande. Die Probe enthält kein RSV.

Negatives Ergebnis des R.S.V. Schnelltest

B. Positiv

Zusätzlich zur Kontrollbande erscheint eine klar erkenn-bare Bande in der Testzone des Fensters. Die Probe enthält RSV.

Positives Ergebnis des R.S.V. Schnelltest

C. Nicht eindeutig
Erscheint weder in der Testzone noch in der Kontrollzone des Fensters eine distinkte Farbbande, ist der Test nicht eindeutig. Wiederholen Sie den Test.


VIII. PERFORMANZMERKMALE

1) Genauigkeit
Eine Studie wurde unter Verwendung von 48 virusfreien nasopharyngealen Aspiraten sowie 79 positiven nasopharyngealen Aspiraten von Kindern mit RSV-Typ-Bronchiolitis (RSVA, RSVB und nicht-typisiertes RSV) durchgeführt.
Die Ergebnisse von Keul-o-test R.S.V. wurden verglichen mit durch das IMAGEN RSV-Kit (OXOID/DAKO) erhaltenen Immunfluoreszenz-Ergebnissen.

Die Daten sind in den Tabellen 1 und  2 zusammengefasst:

Tabelle 1: Ergebnisbewertung von Keul-o-test R.S.V. gegen IF unter Verwendung positiver Proben.

 

Keul-o-test R.S.V.

 

+

-

Gesamt

IF

+

73

6

79

-

0

0

0

Gesamt

73

6

79

Tabelle 2: Ergebnisbewertung von Keul-o-test R.S.V. gegen IF unter Verwendung negativer Proben.

 

Keul-o-test R.S.V.

 

+

-

Gesamt

IF

+

0

0

0

-

4

44

48

Gesamt

4

44

48

Entsprechend der vorliegenden Studie verfügt Keul-o-test R.S.V. über eine Sensitivität von 92.41% (73/79) und eine Spezifität von 91.66% (44/48).

2) Kreuzreaktionen
Nasopharyngeale Aspirate, die entweder das Parainfluenza-virus (4 Proben), das Rhinovirus (7 Proben) oder das Adenovirus (2 Proben) enthielten, wurden unter Verwendung von Keul-o-test R.S.V. getestet und führten
wiederholt zu negativen Ergebnissen.

IX. EINSCHRÄNKUNGEN
Keul-o-test R.S.V.
wurde speziell für den Nachweis des Respiratorischen Synzitial-Virus in nasopharyngealen Aspiraten oder nasopharyngealen Proben entwickelt.
Wie bei jedem diagnostischen Verfahren sollte der Arzt die mit Hilfe des Tests erhaltenen Daten unter Verwendung anderer klinischer Methoden bestätigen.


X. LITERATUR

  1. Chanock, R.M., and L. Findberg. 1957. Recovery from infants with respiratory illness of a virus related to chimpanzee coryza agent (CCA). II. Epidemiologic aspects of infection in infants and young children. Am. J. Hyg.66: 291-300.
  2. Chanock, R.M., H.W. Kim, A.J. Vargosko, A. Deleva, K.M. Johnson, C.Cumming, and R.H. Parrott. 1961. Respiratory syncytial virus. I. Virus recovery and other observations during 1960 outbreak of bronchiolitis, pneumonia, and minor respiratory diseases in children. J. Am. Med. Assoc. 176: 647-653.
  3. Hall, C,B, R.G. Douglas, and J.M. Geiman. 1976. Respiratory syncytial virus infections in infants: quantitation and duration of shedding. J. Pediatr. 89: 1443-1447.
  4. Hall, C,B,J.T. McBride, E.E. Walsh, D.M. Bell, C.L. Gala, S.Hildreth, L.G. Teneyck, and WW.J. Hall. 1983. Aerosolized ribavirin treatment of infants with respiratory syncytial virus infection. N.Engl. J. Med. 308: 1443-1447.
  5. Taber, L.H.V, Knight, B.E. Gilbert, H.W. McClung, S.Z. Wilson, H.J. Norton, J.M. Thurson, W.H. Gordon, R.L. Atmar and W.R. Schlaudt. 1983. Ribavirin aerosol treatment of bronchiolitis associated with respiratory syncytial virus infection in infants. Pediatrics 72:613-618.
  6. Ahluwalia, G.J. Embree, P. McNicol, B.Law, and G.W. Hammond. 1987. Comparison of nasopharyngeal aspirate and nasopharyngeal swab specimens for respiratory syncytial virus diagnosis by cell culture, indirect immunofluorescence assay, and enzyme-linked immunoabsorbent assay. J.Clin. Microbiol. 257: 763-767.


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(akt. 16.04.2010)
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